Hansjörg Hemmi

stellte 2014 seine Objekte der Dallol-Serie in der Galerie am Museum aus: "DALLOL – Glasobjekte nach einem Geothermalgebiet in Äthiopien".

DallolB

 "Die Salzebene Dallol liegt in der Danakil-Depression im Nordosten Äthiopiens, 91 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Einheimischen nennen das Gebiet Erta Ale, das bedeutet in der Afar-Sprache Auflösung. Aufsteigendes heißes Grundwasser dringt durch die 1000 Meter dicken Salz- und Mineralschichten an die Oberfläche und bildet verschiedenartige Formen von Ablagerungen. Schwefel- und Kaliumsalze lassen die entstandenen Gebilde in Weiß, Gelb, Rot und Braun erscheinen. Das stark säurehaltige Wasser kommt in intensiven Blau- bis Grüntönen zum Vorschein.
Dallols spektakuläre Farben sind einmalig und wirken wie ein Gebiet von einem anderen Stern. Der aus dem Boden sprudelnde, ätzende und nach Schwefel riechende Dampf unterstreicht das Feuerwerk an Farben und Formen. Es entstehen Ablagerungen, Fumarole, Schichtungen, fließende Gebilde und zarte Hüllen.
Dieses Thema in Glas zu gestalten erschien mir sehr verlockend. Schon immer begeisterte mich die Geologie und die Entstehung unseres Planeten sowie der Gestirne. Schon früh wurde mir klar, dass alle Phänomene auf diesem Planeten eine Geschichte haben. Meine künstlerischen Inspirationen kommen fast immer aus der Verbindung der natürlichen Erscheinungen und dem Lesen von naturwissenschaftlichen Texten. Die Welt des Künstlers erschafft sich aus seinem Denken und nimmt Gestalt an. Ich empfinde die Gestaltung meiner eigenen geistigen Welt, in der ich herumreisen und meine Neugier stillen kann, als die glücklichen Stunden meines kurzen Daseins auf diesem wunderschönen blauen Planeten.
Alles ist pulsierendes Entstehen und Verschwinden, alles ist in Bewegung. Gut und Böse gibt es in der lebendigen Natur nicht."         
HJ Hemmi