Wilfried Markus


Mit Wilfried Markus setzte die Glashütte Eisch die Reihe renommierter Glaskünstler, die am Artistin Residence-Programm teilnahmen, im Sommer 2007 fort. Der gelernte Glasapparate- und Glasbläser hat dabei in der Glashütte aus Glasstäben und –röhren kleine Schätze und wundervoll fragile Wesen geschaffen.
Unter dem Titel: „Septemberwind“ wurden Markus´ Objekte voller Heiterkeit und Leichtigkeit vom 29. September 2007 bis 16. Februar 2008 in einer gut besuchten Ausstellung in der Galerie am Museum gezeigt. In der Flamme des Brenners entstanden bunte und einfarbige, spielerische und strenge, fröhliche und eigenwillige Objekte, die meist lustige Geschichten erzählen. Zu sehen waren in der Ausstellung auch Boote in Fusing-Technik, die aus zerschlagenen Eisch -Vasen und – Tellern neu zusammengesetzt werden. Als besondere Installation ließ Wilfried Markus transparente Vögel in einem Drahtnetz fliegen.

Wilfried Markus, Glasbläser in der dritten Generation, hat von einer soliden handwerklichen Basis aus (1973 Meister in der glasverarbeitenden Mess- und Regeltechnik) 1983 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Zwei Besuche (1990 und 1992) der Glasschule Pilchuck/Washington (USA) sowie der renommierten Glasschule Kosta in Schweden (1999 und 2000) begleiten seine Entwicklung zum Gestalter künstlerischer Glasobjekte und erweitern sein Repertoire in alle Richtungen der Glasbearbeitung.

Wilfried Markus stellte vielfach im In- und Ausland aus und folgte zahlreichen Lehrverpflichtungen wie etwa im Bild-Werk Frauenau und in Schweden. Seit 1992 betreibt er einen Studioglasofen in seiner Werkstatt in Rheinfelden (Baden).

Wilfried Markus: „Im Feuer geschmolzen, mit dem Atem geblasen, mit den Händen geformt. Du suchst immer wieder nach einer schönen Form und wenn das so fließt und ideal herauskommt, dann lässt du es so sein – egal ob nun eine kunstvolle Skulptur daraus geworden ist oder ein einfacher Gebrauchsgegenstand wie ein Trinkglas“ erklärt der Rheinfeldener. Skizzen und Entwürfe, um den schöpferischen Akt zu planen, braucht er eigentlich nie. Lieber legt er spontan los, experimentiert und wagt Neues.

Als „vor der Lampe geblasen“ werden Glasgefäße und Objekte bezeichnet, die am Werktisch vor einer offenen Flamme aus vorgefertigten Glasröhren und – stäben entstehen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war dies eine mit zusätzlicher Luft versorgte Öllampe – daher der Name – seit den 1860er Jahren dann ein spezieller Gasgebläsebrenner. Diese besondere Technik, die vor allem für die Anfertigung von chemischem Laborgefäß eingesetzt wird, hat im Bereich des Kunstglases eine eigenständige Gattung kleinformatiger Vasen und Objekte hervorgebracht.

Die Ausstellung zeigte die Möglichkeiten dieser besonderen Gestaltungsweise. „Die Technik stammt aus dem Glasapparatebau – aber Fantasie und technisches Geschick eines Künstlers wie Wilfried Markus lassen Poesie, Leichtigkeit, Witz und Nachdenklichkeit wie im richtigen Moment gefrorenes Licht im Glas entstehen.“ (Klaus Bock, PNP, Lokales vom 3. 10.2007)