Rike Scholle

Rike Scholle – Sie bringt Leben in das Glas. Das Leben muss gefeiert werden! So lässt sich die Lebenseinstellung der Glaskünstlerin Rike Scholle umschreiben. Voller Schaffensdrang bringt die versierte Glasmacherin dieses Lebensmotto in ihren Objekten zum Ausdruck und trägt so ihre lebensbejahende Botschaft in die Welt hinaus.

Rike2Rike Scholles Weg zum Glas war kein alltäglicher. 1976 im westfälischen Hamm geboren arbeitete sie nach dem Abitur als Fotomodell in Europa, Japan und den USA. Bei Urban Glass in New York kam sie zum ersten Mal in Kontakt mit dem für sie von Beginn an faszinierenden Material Glas. Vom Big Apple ging es nach Niederbayern, wo sie von 2000 bis 2003 an der Glasfachschule Zwiesel die Ausbildung zur Glasmacherin absolvierte. Seither ist sie freischaffend tätig und hat seit 2005 zusammen mit dem Glasgestalter Eduard Deubzer in Osterhofen ein eigenes Atelier mit einem Studioglasofen.

Dass die Beschäftigung mit Gebrauchsglas nicht ihre Sache ist, erkannte sie schnell. Sie wollte kreativ sein. „Im Kreativ-Sein entsteht ein tiefes Gefühl von Lebendigkeit“, erklärt die Glaskünstlerin ihre Vorliebe für das individuelle Arbeiten. Die Natur ist für sie die Quelle der Inspiration, schließlich wird das, was die Künstlerin antreibt, die Kraft der Lebendigkeit, nirgends besser deutlich. 

Rieke6Am Glasofen schafft Rike Scholle unzählige, kleinteilige Einzelstücke. Nahezu jedes Teil wird mit sandgestrahlten oder gravierten Dekoren veredelt. Es sind Botschaften, die die Philosophie der Künstlerin verkünden wie „Life is NOW“ oder „ONE LIFE“. Die Glasteile fügt Rike Scholle zu einem neuen, großen Ganzen zusammen, meist in Kombination mit scheinbar unbelebten Dingen. „So wie zarte Pflanzen den harten Asphalt durchbrechen, so wächst bei meinen Skulpturen das Glas aus Stein oder altem Holz. Das Glas steht so für das Leben. Die Objekte sollen für den Betrachter eine Quelle der Energie sein“, so die Künstlerin über ihre Skulpturen, die durchwegs eine positive Stimmung vermitteln.

Rieke7Wie ein eigener Organismus wirken Rike Scholles Lampenobjekte. Auch sie sind aus vielen Einzelteilen zusammengefügt. Die Kombination der schier zahllosen Teile vermittelt ein Gefühl der Dynamik und Bewegung. Die Verbindung von Glas und Licht interessiert Rike Scholle in besonderem Maße. Sie arbeitet deshalb viel mit farblosem Glas, ist hier doch die Lichtbrechung am intensivsten, was den Leuchtern ein zusätzliches Eigenleben verleiht. Akzente setzen dabei die immer wieder geschickt eingefügten Teile aus Farbglas.